Business politisch machen: Warum dein Business nie neutral ist und wie du mit Haltung, Sprache & fairen Preisen Stellung beziehst

Sollen wir als Selbstständige politisch Flagge zeigen? Meine Gedanken vor der Kommunalwahl
Logo Chrissi Wagner Technik Managerin

Ist mein Business politisch? Sollten wir als Selbstständige politisch Flagge zeigen?

Das wichtigste zuerst: In Bayern sind am 8. März Kommunalwahlen.

Geh wählen. 🗳️

Die nächsten Wahltermine sind am 8. März in Bayern und Baden-Württemberg, am 15. März in Hessen und am 22. März 2026 in Rheinland-Pfalz.

Falls du gerade sagst: „Politik interessiert mich nicht.“

Versteh ich!

Genau das war ich. Als 16-jährige wie mit 26.

Die Chrissi heute kann sich – mal abgesehen vom Musikgeschmack – kaum noch mit der Chrissi vor 15, 20 Jahren identifizieren. Die Chrissi von heute wird linksgerichtet wählen statt Mitte-Rechts.

Mit 36, habe ich längst verstanden, dass politisches Desinteresse keine Option mehr ist, bzw. es – seien wir ehrlich – für eine demokratische Gesellschaft auch nicht sein darf.

Zu sagen, „Politik ist mir egal, die machen eh alle, was sie wollen“ oder „Ich geh nicht wählen, weil das nichts bringt“ ist nicht neutral. Es tritt unsere Demokratie mit Füßen.

Ich versteh solche Aussagen; wir sehen nach jeder Wahl ja, wie viele der tollen Wahlversprechen im Nachhinein nie umgesetzt werden (können).

Aber: Nicht wählen zu gehen, ist keine Option. Nicht nur auf bundesebene, sondern jetzt eben vor allem auf lokaler/kommunaler Ebene.

Geh wählen, wenn du die Möglichkeit hast! ✌🏻

Sollten wir als Selbstständige unser Business politisch machen?

… Und was heißt das überhaupt?

Dein Business ist politisch. Ob du willst, oder nicht.

Jane von Klee hat es in einem Blogbeitrag so so gut auf den Punkt gebracht: Wir und unser Business sind politisch und behaupten, es nicht zu sein, ist keine Option.

Wir leben gerade in einer Welt, die mir durchaus Angst macht. Hass wird geschürt – auf geflohene Menschen, auf andere Ethnien; Antisemitismus, Homophobie und Misogynie sind so präsent wie vor 100 Jahren, falsche (KI-generierte 🫠) Propagana wird über Social Media verbereitet, Bücher werden zensiert und verbrannt, Krieg herrscht und droht, der Wehrdienst ist back und Trad-Lifestyle zieht junge Menschen an.

Das nur runterzuschreiben, verursacht mir Übelkeit. Und dabei habe ich noch gar nichts von der AFD, Trump, Russland, Klimakrise & Co. geschrieben.

  • Wie kann man da durchs Leben gehen, ohne sich eine Meinung zu bilden?
  • Wie kann ich für Gleichberechtigung sein und CDU wählen?
  • Wie kann eine Partei, die eine „Alternative“ sein will und „tradiotionelle Werte“ vertritt,
  • Wie kann es sein, dass auf Armut und „Lifestyle-Teilzeit“ herumgetrampelt wird, während die Reichen immer reicher werden – und immunität genießen?
  • Wie kann man den Winter über in Thailand verbringen und „die netten Menschen“ loben, während man zuhause „Ausländer raus!“ brüllt und nichts dagegen hat, wenn flüchtende Menschen sterben?
  • Wie kann man gegen Feminismus sein, wenn dessen Ziel doch eine Gleichberechtigung für ALLE ist?

Falls du mich schon eine Weile kennst, weißt du dass ich Dinge wie Leistungsdruck, scammy Erfolgsversprechen á la „Reich über Nacht!“ und Fake-Positivity ziemlich scheiße finde – und das, obwohl ich teils früher selbst dran geglaubt habe.

Nicht jeder Mensch scheitert in seinem Business, weil sie oder er sich nicht genug anstrengt – manchmal sind die Umstände der Grund. Aber nicht das Mindset.

„Irgendwas passt da nicht…“

Als ich mich selbstständig gemacht habe, kam mir nie in den Sinn, mir über die menschliche oder gar politische Einstellung meiner KundInnen Gedanken zu machen. Es ging ums Geld verdienen. Für wen, war mir da erstmal wurscht.

Das änderte sich, als ich für einen Esoteriker zu arbeiten begann (… ich gehe nicht weiter ins Detail, aber heute wäre mir allein das schon zu woowoo). In seine Texte und Botschaften war ganz offen Rassismus und Klassendenken eingestreut – eine Kombi, die heutzutage ja leider oft Hand in Hand gehen. Natürlich nicht immer und bei allen… Aber.

Es fühlte sich SO unangenehm an, seine Texte zu lesen. Wir reden hier von „Yoga wurde von Weißen Menschen erfunden und nur die können wahre Erleuchtung erleben„.

It’s giving kulturelle Aneignung und Rassismus. 🤢

Ich verstehe, wenn du Politik auf deiner Website oder bei Social Media nur einen kleinen Platz einräumst. Mache ich ja bislang auch.

Genauso ist es in meinen Augen nicht verwerflich, Aufträge von jedem anzunehmen, weil man das Geld braucht. Vor allem am Anfang.

Jede und jeder (Neu-)Selbstständige wird mal mit jemandem arbeiten, bei dem die #vibes nicht passen – nicht einmal direkt auf politscher Ebene; oft kristallisiert sich heraus, dass eure Werte nicht übereinstimmen (… und das ist irgendwie doch wieder politisch, amirite?) – oder es passt menschlich einfach nicht.

Davon bin ich felsenfest überzeugt.

Entscheidend ist, wie du damit umgehst. Für mich haben sich dadurch meine Werte entwickelt und damit einhergehend mein politisches Interesse.

Nachfolgend habe ich Ideen gesammelt, wie du Politik in deinem Business einbringen kannst – auf subtile und leise Art, aber trotzdem deutlich. Take notes please! 👩🏻‍🎓✍🏻

So kannst du dein Business politisch gestalten und Flagge zeigen – auch im kleinen Stil

Du musst keine Zielgruppe nicht aktiv „bekehren“ und sie von einer bestimmten Partei oder politischen Einstellung überzeugen.

Also, wenn du das möchtest, weil es zu deiner Unternehmenskultur gehört, dann go for it, natürlich!

Selbst als leiser Mensch kannst du deine politische Haltung in dein Business einfließen lassen. In deine Texte, in deine Werte, in deine Arbeit und Prozesse.

Was nicht geht: Neutralität. Die ist oft ein Privileg und nicht inklusiv.

Statement auf meinem Laptop – „Lieber ein Schwein als ein Faschist“

1. Werte und Zielgruppe: Leg fest, mit wem du arbeiten willst

Politik beginnt für mich im Businesskontext beim Setzen von Grenzen und den eigenen Werten.

Und gehört damit ins Profil meiner WunschkundInnen.

Vielleicht kennst du diese Übung, sich die eigene Wunschkundin bildlich vorzustellen.

  • Wie heißt sie, wie alt ist sie, wo lebt sie?
  • Was arbeitet sie und womit füllt sie ihre Freizeit?
  • Was sind ihre Werte und worüber macht sie sich Gedanken.
  • Vertretet ihr die gleichen Werte oder gibt es (große) Unterschiede?

Ergänz das noch mit: Woran glaubt sie – und du kannst schon daran festmachen, wo diese Person politisch steht.

💡 Schreib explizit, mit wem du gern arbeitest und warum.

Sag, was dir in der Zusammenarbeit wichtig ist (Respekt, Verlässlichkeit, Augenhöhe,…) und sprich das auch im Kennenlerngespräch an oder setze es auf deine Website.

Oder genauso klar, mit wem du eben nicht arbeiten willst (z. B. keinen „energetischen Ausgleich“ als Bezahlung aka Ausbeutung, kein Druck-Marketing, keine Fake-Gurus,…). Zu sagen, „Das passt nicht zu mir“ ist erlaubt und erwünscht!

2. Preise und Zugänglichkeit – sei inklusiv!

Für mich bedeutet Inklusivität im Business, sozial sensibel zu sein, ohne belehrend oder „von oben herab“ zu sein. Menschen ernst zu nehmen, unabhängig von ihrem Status oder ihrem Einkommen.

Es gibt so viele Möglichkeiten, um Angebote zugänglicher zu machen. Soziale Preise, Pay-What-You-Can (auch limitiert), Stipendien.

Ich unterstütze seit Jahren meine Kundinnen auch im Kundensupport und merke: Allein Ratenzahlungen helfen einkommensschwächeren Menschen schon ganz oft!

Ein Extra-Sternchen gibt’s, wenn du sie dann noch ohne „Strafgefühl“ anbietest – also mit nur einem geringen oder gar keinem Aufschlag.

Ich bin generell für klare, transparente Preise statt „Das klären wir in einem persönlichen Gespräch„- oder gar keiner Nennung von Kosten. Das zählt für Technik-VAs genauso wie für Coaches oder OnlinekursanbieterInnen.

Und: Kommuniziere deine Preise auf deiner Website! Ich weiß, da scheiden sich die Geister. Aber hey, unsere Preise sind doch nichts, was wir verstecken müssen, oder?

(Ich mach zu diesem Thema irgendwann noch einen eigenen Beitrag, weil ich VIEL zu sagen habe 🙃)

3. Deine (An-)Sprache macht’s

Sprache entscheidet, wer sich willkommen fühlt.

💡 Wie du schreibst und sprichst, zieht Menschen an, die ähnlich ticken.

Sprache ist wie eine Eintrittskarte: Sie kann für alle gelten, oder durch die Verwendung von Fachbegriffen für eine Zielgruppe, die schon weiter ist. Beides ist völlig okay. Bedenke aber immer, dass nicht jede/jeder dein Wissen hat

Ich persönlich hab weder Abi, noch hab ich studiert und deshalb ist mein Vokabular ganz anders als jemand, die einen BWL-Abschluss hat.

Wenn du durch Fachbegriffe genau die Menschen erreichen willst, die sich dort zuhause fühlen, go for it.

Was ich im Sprach-Kontext noch wichtig finde: Kein Shaming von AnfängerInnen. Ich mein, was gibt es Schöneres, als jemanden, der etwas nicht weiß, aber lernwillig ist? Ich jedenfalls will mit genau solchen Menschen arbeiten, weil sie neugierig, offen und Bock auf neues Wissen haben. 🥰

4. Demokratisiere dein Wissen anstatt es für dich zu behalten

Ich predige es ja immer: Hier gilt #nogatekeeping!

Wissen sollte weitergegeben werden, anstatt es für sich zu behalten. Denn – was hast du davon, dein Know-How zu bunkern? Was bringt es, Wissen bewusst zurückhalten, um Macht oder Abhängigkeit zu sichern?

Je mehr wir unser Wissen teilen, desto mehr Menschen haben die Chance, eigenverantwortlich daraus etwas zu machen. Ihr eigenes Business aufzubauen. Geld zu verdienen. Mitarbeitende anzustellen und später strukturelle Probleme, Klimawandel, etc. anzugehen. Das ist gerade in einer Zeit, in der in den USA Bücher verbannt werden, SO wichtig!

Vielleicht hast du Angst, dir damit Konkurrenz aufzubauen. Das kann ich nicht ausschließen. Aber sieh es mal so: Vielleicht baust du dir auch ein Netzwerk an ExpertInnen auf und ihr könnt euch gegenseitig weiterempfehlen, gemeinsame Aktionen aufziehen, usw. 💅🏻

Und, speziell bezogen auf mein Thema als Technik Managerin: Angst oder Unsicherheit vor der Technik ist kein persönliches Versagen, sondern – wie so oft – ein Systemproblem. Indem ich Technikwissen verständlich weitergebe

5. Authentizität im Content – was du zeigst & was nicht

Hier auf dem Blog bin ich so viel offener als „in Echt“. Wenn mich die Familie fragt, wie es in der Arbeit läuft, sage ich meist „sehr gut“ und erzähl ein bisschen was – schreibe parallel aber an einen 3000-Wörter-Text rund um meine Fuck-ups im Business, von denen „im echten Leben“ keiner weiß. 😆 Nicht, weil ich es nicht erzählen möchte, sondern weil sie es schlicht nicht nachvollziehen kann. Andere Selbstständige aber schon.

Schreib daher nicht nur über die guten Seiten, sondern auch übers Scheitern, Überforderung oder eben die schon erwähnten Fuck-ups. Sag auch mal: „Das weiß ich nicht“ oder „Damit hab ich selbst noch zu kämpfen„.

Das ist auch politisch, weil du eben nicht nur dein „Hochglanz-Business“ und Dauermotivation zeigst, sondern die Realität. Die ist nun mal ein Auf und Ab und manchmal richtig scheiße.

Etwas, worin ich mich selbst in diesem Jahr üben will: Verknüpfe persönliche Erfahrungen mit strukturellen Themen und bringe sie in dein Storytelling (Blog, Newsletter, Social Media) ein.

Was du normalisierst, prägt. Deine Erfahrung kann für jemand anderes ganz anders aussehen und das ist ok. Aber: Andere Menschen merken, wenn du nicht authentisch bist.

6. Biete einen geschützten Raum für deine Zielgruppe

Eines der wichtigsten Leitsätze in meiner Selbstständigkeit ist: Menschen merken sich, wie sie sich bei dir fühlen. Wenn sie sich angenommen, wertgeschätzt, gut aufgehoben und sicher bei dir fühlen, kommen sie wieder und werden dich weiterempfehlen. Wenn sie sich bevormundet, missverstanden oder ignoriert fühlen, wirst du von ihnen nie mehr etwas hören.

Deshalb ist es so wichtig, durch deine Werte, Sprache und den Umgang miteinander einen geschützten Raum für deine Zielgruppe zu bieten. Ich finde, auch das ist politisch.

So ein „geschützer Raum“ kann sein:

  • Moderationsregeln in deiner Community, die Schutz bieten…
  • generell eine geschlossene Community, in die nicht jeder eintreten kann
  • eine reine Frauen-Community
  • kein Tolerieren von diskriminierendem Verhalten
  • Raum für unterschiedliche Lebensrealitäten
  • Pausen & Grenzen respektieren, statt „alle müssen immer verfügbar sein“

Ich selbst habe (noch) keine Membership oder geschlossene Community, aber habe mich selbst immer am wohlsten in geschlossenen Räumen gefühlt, in denen man offen Dinge teilen kann, ohne gleich gejudged zu werden. Wir sind schließlich nicht in einem Programmiererforum 2012. 🤡

Empfehlungen: Menschen, die schon Haltung zeigen

Wenn auch du dich politisch (weiter-)bilden willst:

Hier sind Menschen, die informativen und wichtigen Content rund um Politik, Feminismus und Menschlichkeit machen und von denen ich eine Meeenge gelernt habe:

Fazit?!

Long story short: Ich bin pro Zugänglichkeit, pro Bildung, pro faire Chancen und gegen Angst als Verkaufsstrategie, für Gleichberechtigung, Freiheit und Offenheit.

Auf meiner Über mich Seite kannst du nachlesen, mit wem ich arbeite – und mit wem nicht. Immer wieder höre ich in Kennenlerngesprächen, dass gerade diese Offenheit – nicht mit der Tür ins Haus, aber deutlich! – ein Grund war, war die Person mich kontaktiert hat.

Deshalb hier nochmal „für alle“ (Liste wird mit Sicherheit noch ergänzt):

  • Fuck Nazis
  • Love is love
  • Ich mag ein vielfältiges Stadtbild
  • Kein Mensch ist illegal
  • Smash the Patriarchy!
  • Eat the rich!
  • Black Lives Matter
Gif von Lemmy Kilmister, der in die Kamera blickt und seine Sonnenbrille hochzieht

… Am Ende will ich wohl bloß sagen: Erlaub dir Haltung, ohne Lösungen für alles zu haben. Ich meine, wer hat die schon? 😏

Und: Geh wählen, damit die Braunen keine Chance haben. 💚

Chrissi Wagner hat nach einigen Jahren als virtuelle Assistentin mit zu vielen Angeboten „ihr Ding“ gefunden: Online Business Technik! Als Technik-Joker 🃏 nimmt sie ihren Kundinnen technische Setups, Automatisierungen und Website-Pflege ab – und hat (meistens XD) auch noch Spaß dran.
Privat findet man sie in den Bergen Oberbayerns beim Wandern ⛰ oder Anime schauend –  zuhause oder in Tokyo, Japan 🍙!

So kannst du mit mir arbeiten

👩🏻‍🔧 Done for you: WordPress- und Elementor-Support, ActiveCampaign-Hilfe

👩🏻‍🎓 Done with you: Dein 1. Verkaufsprodukt bei Ablefy oder Digistore24, Technik-Ausbildung für VAs (soon)

💻 Technik-Trainings: Quiz Freebie erstellen, Adventskalender-Setup mit ActiveCampaign (für 0€!)

 
 

 

 

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