Seit dem 1. Mai 2018 bin ich Vollzeit als selbstständige Virtuelle Assistentin und – mittlerweile – Technik-Managerin unterwegs.
WIE KRASS IST DAS BITTE?!
8 Jahre sind eine lange Zeit – und gleichzeitig kommt es mir gar nicht so vor.
Ich bin keine „schnelle“ Unternehmerin. Hier gab’s kein „erfolgreich über Nacht“; ich habe noch keine 6-stelligen Jahresumsätze gemacht und habe auch nicht vor, scammy high ticket Programme zu verkaufen.
Es dauert alles. Und das stört mich (meistens) nicht mal. Klar, als Technik-VA arbeite ich vorrangig für meine Kundinnen und erst danach für mein eigenes Business. So baue ich schon seit 2019 Newsletter-Automationen für andere, und so wirklich ernsthaft für mich erst seit ~2023.
So setze ich seit 2020 Sales-Funnel für andere auf, aber hab damit erst 2025 für mich selbst begonnen.
Und das passt so.
Diesen Beitrag zu schreiben (da bin übrigens mehrere Wochen dran gesessen!), tat total gut. Einerseits teile ich gleich einige Fails, die der ein oder andere als „unprofessionell“ wahrnehmen wird. Andererseits hat es mir wieder gezeigt, dass mein Weg für mich genau richtig ist. Wenn du gleich was für dich rausziehen kannst, umso besser. 🥰
💡 Das Wichtigste in Kürze
- Slow Growth ist kein Versagen. Nachhaltiges, langsames Wachstum kann genau der richtige Weg für dich sein.
- Leg dir monatlich Geld zur Seite – am besten auf ein separates Unterkonto. Dein zukünftiges Ich dankt es dir, wenn die Steuernachzahlung kommt. 🙈
- Imposter-Syndrom? Führ eine Notiz mit deinen Wins; konkreten Momenten, in denen du gemerkt hast, was du draufhast. Ist auch gut fürs Selbstvertrauen!
- Teste immer alles; am besten in einem Inkognito-Fenster. Auch wenn du seit Jahren Funnels baust. Besonders dann.
- Grenzen setzen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern die Voraussetzung dafür, dass du langfristig gute Arbeit leisten kannst.
- Gewöhn dir an, aktiv nach Testimonials deiner KundInnen zu fragen!
- Unrealistische Erwartungen kosten Energie. Meistens läuft es weder so gut noch so schlecht, wie du dir vorstellst. #isso
Inhaltsverzeichnis
- 8 Jahre selbstständig als Technik-VA: Mein Highlight ✨
- … und das Lowlight: Die Steuernachzahlung
- 1️⃣ Imposter-Syndrom: Ich nehme besser wahr, was ich alles kann
- 2️⃣ Ewiger Begleiter: Die Angst vor Sichtbarkeit und Verkaufen
- 3️⃣ Kooperationen als introvertfreundliches Marketing
- 4️⃣ Online Business geht auch ohne Social Media
- 5️⃣ Als VA macht man alle Fehler immer 2x
- 6️⃣ Aktiv nach Testimonials fragen ist erlaubt!
- 7️⃣ Wenn man den Freiraum hat, geht auch was voran oder: „ich kann schon, wenn ich will“
- 8️⃣ Grenzen setzen & Auszeit nehmen, ohne dass alles zusammenbricht
- Ausblick auf das nächste Business-Jahr 👩🏻💻
- Das Fazit!
8 Jahre selbstständig als Technik-VA: Mein Highlight ✨
Die örtliche Freiheit! ✈
Kommt jetzt wahrscheinlich nicht sooo überraschend als Online Business Girlie, aber ortsunabhängig arbeiten zu können ist SO geil – wenn man das mag 😀
Und so sind meine Arbeits-Highlights (und tbh, eigentlich auch Lebens-Highlights bislang!) meine mehrwöchigen Aufenthalte in Japan 2023 und 2024.
Es ist diese Mischung aus Arbeit und Freizeit/Unternehmungen für mich.
Mal habe ich im Hotel gearbeitet, mal im Coworking Space, mal in einem Cafe. Und danach habe ich etwas unternommen.
Für den ein oder anderen klingt das nach Stress; für mich hat es die umso mehr Motivation angefacht.
Dieses hybride Arbeiten habe ich zuhause nicht – hier im Dorf gibt’s kein Café und erst recht keine Coworking-Optionen.
Ich fahre ab und zu nach München für etwas Abwechslung, aber es ist nicht dasselbe wie immer mitten in der City zu sein und alle Möglichkeiten auskosten zu können. Da spricht das Dorfkind aus mir 🌾
In den nächsten 1, 2 Jahren möchte ich unbedingt wieder auf längere Auslandsaufenthalte gehen und diese Freiheit mehr nutzen!

… und das Lowlight: Die Steuernachzahlung
Seit 2022 bin ich umsatzsteuerpflichtig. Vorher war ich Kleinunternehmerin. Ich habe meine vierteljährlichen Steuervorauszahlungen geleistet, ~ 2000 € nachgezahlt – alles schick.
Bis letzten Oktober die Steuernachzahlung für 2024 bei mir eintrudelt. 13.000 €.
Das wars aber noch nicht. 🤢
Im November kommt die Gemeinde – 6.000 € Gewerbesteuer-Nachzahlung.
Im Januar 2026 will die Krankenkasse – bei der ich seit 3 Jahren eh den Höchstsatz zahle, noch 11k zurück. Innerhalb von 2 Wochen.
Die Gebühr fürs Finanzamt konnte ich gerade so stemmen – mehr ging aber nicht. Das Konto war leer und ich gedanklich zurück in… Geldsorgen-Land. Da wollte ich eigentlich nie mehr hin. Dieses Thema begleitet mich schon seit ich arbeite; eigentlich sogar schon als Kind – und wurde erst mit meiner Selbstständigkeit besser. Bis jetzt.
Ich habe alles an Tools & Abos beendet, die ich nicht unbedingt für meine tägliche Arbeit brauche, die Zusammenarbeit mit Dienstleisterinnen gekündigt und meine Aktien verkauft. Die Krankenkasse wird per Ratenzahlung abgestottert.
Damit das nicht mehr passiert und ich nicht nochmal in negative Gedankenstrudel und schlaflose Nächte wegen Geldsorgen komme, lege ich seit diesem Jahr jeden Monat Geld weg (auf ein Unterkonto). Idealerweise 500 €; wenn mehr geht, mehr.
Das kannst du daraus mitnehmen: Vergiss das Finanzamt nicht; vor allem, wenn du schon Umsatzsteuerpflichtig bist.
Leg dir dafür unbedingt regelmäßig Geld auf die Seite.

Kommen wir zu den eigentlichen 8 Learnings. Wir arbeiten uns von innen nach außen – erst der Kopf, dann die Strategie, dann das Praktische.
1️⃣ Imposter-Syndrom: Ich nehme besser wahr, was ich alles kann
… anstatt mich dauernd klein zu reden.
„Das ist doch gar nichts…„, „aaach, das kann bestimmt jeder!„
– NEIN!
Wir sind schnell dabei, uns selbst zu kritisieren, aber sehen die positiven Seiten, unser Können und unseren Wert nicht. Geht es dir ähnlich?
Eine Kundin von mir bekommt jede Woche viel positive Resonanz auf ihre Arbeit. Und trotzdem hat sie zugegeben, dass es sie total aus der Bahn geworfen hat, als vor Kurzem eine negative Rückmeldung auf ihren Newsletter kam. 100 Leute schreiben ihr, wie sehr ihr Text ihnen geholfen hat; eine schreibt “wie kann man nur so viel Unsinn von sich geben” – also nicht einmal konstruktive Kritik – und das bleibt hängen.
Ich versuche mich aktiv daran zu erinnern, dass diese negativen Gedanken eine Momentaufnahme sind und ich eigentlich scheiß-viel kann. Das Wort „Expertin / Experte“ hängt mir zum Hals raus, aber – ich bin eine Expertin. Ich habe Expertise. Genauso wie du in deinem Fachbereich, da bin ich sicher.
Es hilft auch, positives Kunden-Feedback durchzulesen oder durch meine Sammelnotiz zu scrollen, in der ich gute Dinge aus meinem Business festhalte. Da steht z. B. sowas:
- „Die Lösung für ein Problem wissen, nach der 3 andere Leute schon einen Tag lang rumsuchen. Feels VERY GOOD!”
- „ich bin echt schon sehr routiniert/schnell darin, in ablefy Kurse anzulegen„
Instant Mood-Boost!
Das kannst du daraus mitnehmen: Wenn du ebenfalls mit dem Imposter Syndrom strugglest: Leg eine Notiz an und schreib am Ende der Woche stichpunktartig auf, was gut gelaufen ist, wofür du Lob bekommen hast oder was du Neues gelernt hast.
Ich mache das seit 2023 – nicht jede Woche; manchmal gibt’s einfach nichts nennenswertes zu berichten – aber es ist so motivierend. Reinzuschauen hebt mir jedes Mal die Laune! Außerdem kann man daraus super Themen für Jahresrückblicke & Co. aufgreifen, die man sonst vergessen hätte 😁
2️⃣ Ewiger Begleiter: Die Angst vor Sichtbarkeit und Verkaufen
Im September 2025 habe ich angefangen, Werbeanzeigen für einen Minikurs über Meta zu schalten. Kaum waren sie online, begleiteten mich STÄNDIG Ängste:
- Was, wenn ich den Funnel falsch aufgesetzt habe?
- … oder wenn im Kurs selbst etwas nicht funktioniert?
- Was, wenn ich negative Kommentare erhalte?
- Verbrenne ich hier unnötig Geld, wenn niemand kauft??
Klingt dämlich, ich weiß. Ich habe die Expertise, das Wissen und das Produkt. Meinen Minikurs gibt es so auf dem Markt noch nicht.
Trotzdem schwingt dieses Gedankenkarussell immer mit. Nicht nur bei so einem Sichtbarkeits-Thema wie Ads, sondern bei jedem Newsletter, bei jedem Blogpost und vor jedem Kennenlern-Gespräch.
Ich glaube, ganz verschwindet diese Sichtbarkeits-Angst und die Zweifel nie; sie gehören wohl dazu. Also dürfen wir auch Wege finden, damit umzugehen, die für unsere Persönlichkeit funktionieren.
Ich werde nie die Marktschreierin oder in Reels tanzen, aber genauso werde ich immer transparent meine Preise kommunizieren und offen von meinen Fehlern sprechen, weil auch sowas Menschen anzieht.
Das kannst du daraus mitnehmen: Die Angst vor Sichtbarkeit verschwindet wahrscheinlich nie ganz – und das ist okay. Wichtiger als sie loszuwerden ist meiner Meinung nach, Wege zu finden, damit umzugehen, die zu deiner Persönlichkeit passen. You do you! ✨
3️⃣ Kooperationen als introvertfreundliches Marketing
Um meiner Angst vor Sichtbarkeit entgegenzuwirken, überlege ich immer, was ich an „introvertfriendly“ Marketing tun kann. Mein favourite: Kooperationen!
2024 und 2025 haben mehrere Kooperationen mit anderen Selbstständigen angeleiert. Gastbeiträge angefragt, Expertise ausgetauscht im Rahmen einer Adventskalender-Challenge und mich für Interviews und Workshops angeboten.
Da ist noch ganz viel Luft nach oben und ich hab richtig Lust, auf mehr – allein schon, weil es Spaß macht, sich mal mit anderen Unternehmerinnen auszutauschen, die in meiner Online Business Bubble unterwegs sind.
Gemeinsam macht’s halt doch mehr Spaß!
Das kannst du daraus mitnehmen: Auch wenn du introvertiert bist so wie ich und am liebsten allein vor dich hinwerkelst – schau dich doch mal um, ob es nicht jemanden in deiner Nische gibt, mit der du dich thematisch ergänzen könntest!
👯♀️ Falls du selbstständig bist und Interesse an einer Kooperation – egal welcher Art – hast, schreib mir!
4️⃣ Online Business geht auch ohne Social Media
Dieser Punkt hilft nicht unbedingt dabei, meine Angst vor Sichtbarkeit zu lösen, lol.
Aber cool ist es halt auch! Denn ja, eigentlich seit Beginn an finden mich InteressentInnen vorrangig über die Website – oder, weil ich ihnen von anderen weiterempfohlen werde.
Während ich in den ersten Jahren noch Insta & Facebook bespielt habe (… und es da schon verabscheut habe), bin ich seit 2022 komplett ohne Social Media unterwegs.
Die Ausnahme waren jetzt wirklich nur die Werbeanzeigen.
Andererseits: Traffic über Google geht seit Jahren stetig nach unten.
Am schlimmsten war es Ende 2023. Da hatte ich mich gerade zur Technik-Managerin umpositioniert und alle Website-Texte umgeschrieben – und ein gutes halbes Jahr lang passierte gar nichts. Kaum Besucher und null Anfragen.
Das hat mich zweifeln lassen; ich weiß aber auch, dass es normal ist, dass Google eine Weile braucht, um eine Website neu zu indexieren und zu ranken.
Zu Hoch-Zeiten (2019 – 2022) habe ich pro Woche etwa eine Anfrage bekommen.
Jetzt sind nur noch alle 2, 3 Monate mal eine.
Und das ist in Ordnung, und sogar gut! Denn ich bin ja ausgebucht. Die Zeit, die ich jede Woche in Kundenarbeit stecken möchte, ist befüllt. Seit JAHREN schon. ✌🏻
Das kannst du daraus mitnehmen: Manchmal dürfen wir akzeptieren, dass Sichtbarkeit und Vertrauen aufbauen Zeit braucht. Auch wenn Social Media Overnight-Erfolge suggeriert – du weißt es wahrscheinlich selbst: Hinter jedem „plötzlichen“ Erfolg stecken Monate oder sogar Jahre an Konsequenz.
5️⃣ Als VA macht man alle Fehler immer 2x
Das ist etwas, das mir vor allem in den letzten ~2 Jahren immer wieder bewusst geworden ist.
Ein Beispiel: Die schon erwähnten Anzeigen für meinen Minikurs gingen am Freitagnachmittag online. Die Aufrufe auf meiner Salespage schossen sofort in die Höhe und so bin ich voller Vorfreude ins Wochenende gegangen. Läuft ja alles. ✌🏻
Spoiler: It did not.
Sonntagvormittag kommt eine Instagram-PN: „Du, ich wollte kaufen, aber der Link führt ins Leere.„
In meinem Ablefy-Dashboard: Mehrere hundert Salespage-Aufrufe übers Wochenende – und kein einziger Kauf.
Die Ursache war so simpel, dass ich am liebsten im Boden versunken wäre vor Scham: Das Produkt war nicht freigeschaltet. Der Kaufen-Button hatte den richtigen Link, nur hatte ich beim Testen vergessen, dass ich in Ablefy eingeloggt war. Mir wurde die Bestellseite also immer angezeigt.
Von außen? 404.
Hunderte Aufrufe. Null Käufe. Weil ich einen einzigen, klitzekleinen Schritt vergessen habe. 🙃
Ich erzähl dir das nicht, um mich zu blamieren, sondern weil ich weiß, dass dir sowas auch passieren kann. Oder schon passiert ist. Es macht einen Unterschied, ob man denkt „die hat keine Ahnung“ und „auch Profis übersehen mal was„.
Du kannst mir jedenfalls glauben, sowas ist ALLEN Kundinnen schon passiert, mit denen ich seit 2018 gearbeitet habe. Es bei sich selbst richtig zu machen, ist ein anderes Paar Schuhe, weil man betriebsblind wird. Wir haben unser eigenes Setup schon 100x gesehen; natürlich denkt man da nicht an solche Kleinigkeiten.
Das kannst du daraus mitnehmen: Alle sagen es und es stimmt halt leider: Ziele in kleinere Happen aufteilen, hilft! Lieber „diese Woche die Salespage fertigstellen” als “diese Woche die Salespage, die Kurs-Mails, die Social Media Posts und die Kursvideos„. Kleinteiliger heißt, weniger fehleranfällig!
Du kannst noch so viele Jahre Erfahrung haben, noch so viele Funnels aufgesetzt und Sales-Mails für andere geschrieben haben: Was bei anderen schiefgeht, wird auch bei dir mal schiefgehen.
Deshalb: Teste alles. Immer. Am besten im Inkognitofenster, damit du siehst, was deine Besucherinnen sehen.
- Im Chrome-Browser geht das über Rechtsklick aufs Chrome-Symbol ➡ „Neues Inkognitofenster“,
- bei Firefox: Rechtsklick ➡ „Neues privates Fenster öffnen“,
- bei Safari ebenfalls Rechtsklick (oder mit dem Finger länger auf dem App-Symbol bleiben, wenn du am Handy testen willst) ➡ „Neuer privater Tab“
❓ Falls du selbst VA bist, würde mich mal interessieren, ob du diese Erfahrung auch schon gemacht hast!
6️⃣ Aktiv nach Testimonials fragen ist erlaubt!
Das ist eine dieser Sachen, die ich längst von meinen Kundinnen wusste (ich mache teilweise auch Kunden-Support und bin natürlich am E-Mail-Marketing beteiligt und kriege es live mit), aber selbst nie ernst genommen habe:
Wenn du die Leute nicht aktiv um ein Feedback zu eurer Zusammenarbeit bittest, bekommst du keins.
Duh.
Im Alltag erwarten wir freundlichen Kundenservice, gutes Essen, etc – wir erwarten, zufrieden zu sein. Sagen aber nix, weil das ja eine Selbstverständlichkeit sein sollte.
Nur bei Unzufriedenheit wird kommentiert, wird anderen Leuten abgeraten in diesen Laden; dieses Restaurant zu gehen. Da sind wir plötzlich leidenschaftlich 🙃
Ich hab mir angewöhnt, es besser zu machen und immer zu sagen, wenn ich zufrieden war. Sei es im Restaurant oder in dem ich ein Feedback an einen Onlinekurs-Anbieter gebe, den ich super finde.
Umgekehrt frage ich seit letztem Jahr aktiv nach Kunden-Feedback – auch bei Einmalaufträgen, z. B. wenn ich jemandem geholfen habe, eine ActiveCampaign-Automation zum Laufen zu bringen oder ein Kontaktformular in Elementor eingerichtet habe.
Das kannst du daraus mitnehmen: Hol dir die Selbstbeweihräucherung, den Selbstbewusstseins-Boost und die Wertschätzung! 😁🤗 Und teil sie auf deiner Website, bei Social Media – oder halte sie schriftlich in deinem Notizbuch fest.
Wen von deinen StammkundInnen kannst du jetzt um ein Feedback fragen? Ein „Ich würd mich über ein kurzes Feedback freuen, wie du die Zusammenarbeit fandest“ reicht oft schon.
7️⃣ Wenn man den Freiraum hat, geht auch was voran oder: „ich kann schon, wenn ich will“
Virtuelle Assistentinnen sind die Menschen im Hintergrund.
Mich hat das nie gestört; im Gegenteil – ich mag das! Aber seit etwa einem Jahr treibt es mich raus und ich habe Bock AM Business zu arbeiten, Ideen zu entwickeln und mich sichtbarer zu machen (also, ohne das schon erwähnte Social Media 😬).
Damit kam eine meiner größten Erkenntnisse der letzten 8 Jahre Selbstständigkeit: Ich arbeite in Phasen. 🌓

Wenn ich stärker in Kundenarbeit eingebunden bin – was als Technik-Managerin ja oft der Fall ist – mache ich weniger fürs eigene Business. Und umgekehrt.
Wenn z. B. Launches bei meinen Kundinnen sind, geht hier im Blog nix; wenn keine sind, ballere ich Content raus und neue Angebotsideen fliegen mir zu.
Oder: Ich kriegs nicht hin, wiederkehrende Blog-Formate wie einen Monats- oder Quartalsrückblick zu veröffentlichen. Manchmal kommt monatelang kein neuer Content; 2023 hab ich fast gar nicht gebloggt.
Aber mittlerweile akzeptiere ich das.
Die Phasen zwischen Launches oder umfangreichen Kundenprojekten nutze ich dadurch viel bewusster für eigene Dinge: So habe ich innerhalb der letzten 12 Monate mehrere neue Angebote erstellt, nachdem ich mich die Jahre davor hauptsächlich auf meiner Kundenarbeit „ausgeruht“ habe.
Nichts davon war perfekt. Meine Videos haben qualitativ absolut noch Luft nach oben, und IMMER schwingen Zweifel mit, ob es gut genug ist; ob ich gut genug bin.
Aber ich hatte die Idee und zwischendurch die zeitliche Freiheit, sie umzusetzen. 😊
Genauso ist es im Blog: Wenn ich Zeit und Lust habe, zu schreiben, gehe ich manchmal gleich mehrere Beiträge an – so hab ich fertige Entwürfe in der Hinterhand, falls sich wieder einmal stressige Phasen ankündigen.
Das kannst du daraus mitnehmen: Manchmal braucht’s keinen perfekt geplanten Launch, sondern einfach die Idee, die Zeit UND den Freiraum, loszulegen und umzusetzen. Starre Zeitpläne funktionieren für mich in der Kundenarbeit, aber nicht für mein eigenes Business. Deshalb arbeite ich am Business, wenn die Energie und meine Zeit es zulassen.
Vielleicht ist das bei dir genauso – oder ganz anders. Mit der Zeit nimmst du wahr, wann du Energie für eigene Projekte übrig hast und wann nicht.
Und dann: Raus mit deiner Idee oder deinem Angebot! Der erste Kauf kommt nicht, solange das Angebot in deinem Entwurfs-Ordner schlummert. Wenn im Prozess doch was schief geht (siehe Punkt 5), wird dir niemand den Kopf abreissen.
Hier mit rein gehört auch der folgende Punkt:
Erwartungsmanagement – ein unterschätzter Business-Skill
Das ist meine größte Baustelle: Ich darf meine Erwartungen ein bisschen mehr runterschrauben.
Nicht nach unten, sondern realistischer – egal, ob positiv oder negativ.
Denn einmal posten heißt nicht sofort: Jetzt kommen Käufe, Kommentare, PNs. So funktioniert das nicht.
Und die vermeintliche Gewissheit, dass etwas schlecht laufen, ein Launch floppen oder eine Traumkundin mir absagen wird, ist nur in meinem Kopf und bewahrheitet sich in den seltensten Fällen.
Ein Beispiel: Ich erinnere mich noch gut an den Abend, bevor ich meine erste richtige Sales-Mail rausgeschickt habe für mein Adventskalender-Template. Ich war so aufgeregt, dass ich sogar davon geträumt habe. Im Traum haben alle gekauft und sich gleichzeitig bei mir gemeldet, weil noch nicht alles rund lief. 😅
In der Realität hat auf diese Mail hin niemand gekauft. Äh, ja. Schade, aber irgendwie auch… okay?!
Denn wenn man genau hinschaut, war das Ganze eine super last minute Spontanidee; umgesetzt Ende November. Wer hat da noch Zeit, einen 24-„türigen“-Adventskalender auf die Beine zu stellen? 🙈
Damit hätte ich rechnen können.
(Ein paar Macherinnen haben das Template übrigens trotzdem gekauft und sogar noch genutzt!)
Ähnlich war’s vor meinem ersten Kennenlerngespräch für ein neues Angebot vor ein paar Monaten. Schon am Tag vorher: Angst. Bauchgrummeln. Und die Erwartung, dass sie mich doof findet.
In der Realität war’s voll entspannt! Die Interessentin und ich waren sofort auf einer Wellenlänge, ich hab mich gut verkauft und schon nach 15 Minuten gehört: „Eigentlich brauchen wir gar nicht weiterreden, denn ich will unbedingt mit dir arbeiten!“ YAY!
Das gilt auch für Auszeiten, Planung und Produktivität: Ich nehme mir immer noch viel zu viel vor – an freien Tagen, bei kleinen Trips, für einzelne Wochen. Und dann bin ich enttäuscht, wenn’s nicht klappt. Dabei wäre eine kürzere To-do-Liste sehr viel entspannter – und realistischer.
Das kannst du daraus mitnehmen: Wenn du gerade vor deiner ersten Sales-Mail sitzt oder dich vor dem nächsten Erstgespräch drückst und dein Kopf alle möglichen (unrealistischen) Szenarien durchspielt – du bist nicht allein! Mach trotzdem weiter.
In 9 von 10 Fällen wird es nicht so schlecht laufen wie du dir vorstellst – oder besser als du erwartet hast. Ja, die Zahl hab ich mir jetzt aus den Fingern gesogen, aber nur, weil es bei mir meist genau so ist.
Selbst, wenn es nicht so ist und deine Erwartung größer war als das Ergebnis: Du lernst was draus. Deshalb schau dir an, woran es lag – vielleicht war es wie in meinem Adventskalender-Beispiel einfach zu knappes Timing.
Was ich dir sagen kann: Ziemlich sicher lag es nicht an dir als Person. 🤞🏻
8️⃣ Grenzen setzen & Auszeit nehmen, ohne dass alles zusammenbricht
… ich hab das Gefühl, dieses Thema in jedem 2. Blogpost anzusprechen… aber 👏🏻 es 👏🏻 ist 👏🏻 SO 👏🏻 wichtig! 👏🏻
So lange habe ich mir eingeredet, dass ich nicht „Es ist zu viel; ich brauch eine Pause“ sagen darf. Weil das unprofessionell wirkt. Weil die Kundinnen sAuEr!! sind. Weil sonst aaalles zusammenbricht, denn die Leute brauchen mich ja.
Seit Beginn meiner Selbstständigkeit war mein eigener Anspruch an mich selbst: Es brennt zwar um mich herum, aber im Business darf niemand etwas davon merken.
Über die Jahre musste ich das immer wieder überwinden.
Ich hab Stunden bei einer Kundin reduziert und gemerkt, wie viel kreativen Freiraum das gibt. Plötzlich hatte ich ein Meeting weniger in der Woche und einen ganzen Tag, an dem ich nicht in Slack greifbar sein musste. Und stell dir vor, es wollte dann auch niemand an diesem Tag was von mir!!!!! 😄 Die Grenze wurde ohne Probleme akzeptiert und angenommen.
Mit jemand anderem – ebenfalls eine absolute Wunschkundin – habe ich die Zusammenarbeit aufgelöst, weil ich merkte: Ich mache dort gefühlt alles und habe viel Verantwortung, aber wirklich Spaß macht mir die Arbeit nicht mehr. Das anzusprechen und ihr zu sagen, dass ich mich neu aufstellen wollte als Technik-Managerin, war nicht leicht. Es sind Tränen geflossen und schon Tage vorher ist mir der Arsch auf Grundeis gegangen… Trotzdem war es die absolut richtige Entscheidung.
Und erst vor wenigen Wochen habe ich mir aus familiären Gründen eine mehrwöchige Auszeit genommen – obwohl’s bei einer Kundin mitten in der Launch-Phase war und ich eigentlich Geld verdienen wollte, um die Steuernachzahlung abzuzahlen.
Es ging mir aber nicht gut und ich musste – nach einigen Tagen inneren Debattierens mit mir selbst – mir eingestehen, dass jetzt eben mal Pause sein muss.
Kleinigkeit mit GROßEM Impact für die mentale Gesundheit (und den Stresspegel)
Ich gebe meine Handynummer nicht mehr an Kundinnen raus.
Wir Selbstständige – und vor allem Virtuelle Assistentinnen! – neigen dazu, uns für alles verantwortlich zu fühlen. Für jeden Engpass, jede Verzögerung und jeden Launch.
Es geht mir mental viel besser, wenn ich nicht mehr die erste Person bin, die im Notfall kontaktiert wird. Und ich bin nicht mehr für alles verantwortlich. 💅🏻
Diejenigen, die meine Nummer von früher noch haben, habe ich darum gebeten, auf eine Kontaktaufnahme per Telefon oder WhatsApp zu verzichten – sie erreichen mich ohnehin unter der Woche in Slack oder per Mail.
Deshalb: Kommuniziere vorab, wann du nicht erreichbar bist. Und sei dann tatsächlich nicht erreichbar. Kaum hab ich das konsequenter durchgezogen, hat’s auch niemand mehr erwartet.
Das kannst du daraus mitnehmen: Vielleicht musst auch du nicht immer die erste Person sein, die im Notfall kontaktiert wird. Vielleicht darfst du dein Arbeitspensum reduzieren, delegieren oder deine Aufgaben wechseln. Du bist nicht das Business deiner KundInnen verantwortlich.
Sich eine Auszeit zu nehmen ist keine Schwäche, sondern bedeutet, dass du gut für dich sorgst. Nur wer ausgeruht, happy und motiviert ist, kann auch für andere da sein.
Ausblick auf das nächste Business-Jahr 👩🏻💻
Wie soll’s weitergehen?
So wie bisher. Slow growth – also langsames, aber stetiges Wachstum. Ich will weder ein großes Team aufbauen, noch tausende Menschen ansprechen. Ich möchte für meine Technik-Nische bekannt werden (hellooo, Technik-Joker!) und mein Wissen weitergeben.
Dafür werde ich weiterhin nach meiner (zeitlichen) Energie arbeiten und Sichtbarkeit so praktizieren, wie es sich für mich gut anfühlt.
Die beiden wichtigsten Projekte für die nächsten 12 Monate?
Newsletter!
Seit Februar schreibe ich alle 14 Tage einen Newsletter und möchte diese Taktung das ganze Jahr über beibehalten. Mindestens!
Das ist meine persönliche Challenge für dieses Jahr und eine, bei der ich jedes Mal über meinen Schatten springen und mich sichtbar machen muss. Ich hab sogar fast Spaß daran.
Psst, ganz unten über das Formular kannst du dich zum Newsletter anmelden <3
Organisch wachsen!
Wie du weißt, wird Social Media bei mir weiterhin außen vor bleiben. Stattdessen möchte ich mehr auf die schon erwähnten Kooperationen setzen: Interviews, Gastartikel, Podcast-Auftritte. Ich zieh da für mich so viel mehr Wert raus – und hoffe, dass ich das auch an andere Menschen weitergeben kann, indem ich z. B. tolle Gastexpertinnen auf den Blog einlade oder mein Wissen in einem Podcast weitergeben kann.
Challenge Nr. 2 heuer wird Pinterest. Ich hab einen uralt-Account (der läuft noch auf einen früheren Blog) und den möchte ich reaktivieren. Allein schon, damit ich in meinen Blogposts nicht umsonst immer meine Pin-Grafiken teile 😆
Das Fazit!
8 Jahre selbstständig als Technik-VA – immer noch war es die beste Entscheidung ever!
In so einer langen Zeit kann viel passieren und natürlich läuft nicht immer alles rund – aber man lernt, damit umzugehen. Mit Steuernachzahlungen, die dich kalt erwischen. Funnels, die ins Leere laufen, weil du einen einzigen Klick vergessen hast. Und mit der Angst vor Sichtbarkeit, die nicht weggeht, aber gaaanz langsam besser wird.
Was ich weiß: Es gibt nicht den einen richtigen Weg; egal was die vor einem Porsche stehenden „Erfolg über Nacht“-Gurus dir erzählen wollen. Es gibt nur deinen.
Meiner ist langsam, phasenweise und ohne Social Media – trotzdem funktioniert er so für mich (… oder vielleicht genau deswegen).
Wenn du dir aus diesem Rückblick nur eine Sache mitnimmst, dann diese: Du darfst aufhören, dich mit jemandem zu vergleichen, der einen anderen Weg geht. Schreib stattdessen auf, was bei dir gut läuft. Frag nach Feedback. Setz IMMER Grenzen.
Und teste alles im Inkognito-Fenster. 🌚
Falls du bis hierhin gelesen hast: Applaus und danke für’s Lesen! 💚
Konntest du etwas für dich mitnehmen? Oder teilst du eine meiner Erfahrungen – oder siehst etwas komplett anders? Schreib mir gern einen Kommentar – ich freu mich immer, von anderen VAs und selbstständigen Frauen zu lesen.
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